Die CDU-Landtagsabgeordnete Nicole Razavi verstärkt ihre Kritik an den Planungen zur Zukunft der Helfenstein Klinik: „Was jetzt auf dem Tisch liegt, ist ein Schnellschuss im Nebel. Es sind zu viele Fragen offen. Das zeigen mir die vielen Gespräche, die ich in den letzten Wochen geführt habe. Gerade heute gibt es viel zu viele nicht vorhersehbare Variablen. Auch wenn Umstrukturierungen notwendig werden, einen so gravierenden Einschnitt bei der Gesundheitsversorgung der Menschen in der Region kann und darf man nicht übers Knie brechen. Der jetzige Zeitpunkt ist deshalb völlig falsch. Landrat und Klinikleitung schicken den Gesundheitsstandort Geislingen und Oberes Filstal so in eine ungewisse Zukunft.

Wir befinden uns im Land und weltweit mitten in einer Pandemie. Wir wissen nicht, wie sich das Corona-Virus entwickeln wird und welche Herausforderungen noch auf unser Gesundheitssystem zukommen. Öffentliche Träger haben zuletzt wieder auf Dezentralisierung von Klinikstandorten gesetzt. Wenn notwendig, wird das Land nach dem Zwiebelprinzip ruhende Kapazitäten reaktivieren und sich so logistische Reserven schaffen. Das heißt, eine dezentrale Krankenhausstruktur erweist sich jetzt als Stärke und wir haben in den letzten Monaten auch im Landkreis darauf gesetzt. Die vorliegenden Gutachten und Empfehlungen sind vor Corona entstanden und deshalb völlig überholt.

Zum zweiten sind die unterstellten Wechselwirkungen mit der neuen Klinik am Eichert nicht mehr als Vermutungen. Das kann sich auch mit Blick auf die sicherlich komplexe Übergangsphase zwischen alter und neuer Klinik am Eichert als verhängnisvoll erweisen. Eine solche Strukturentscheidung kann aus meiner Sicht erst getroffen werden, wenn die neue Klinik den Betrieb aufgenommen hat und so auch wichtige Personalentscheidungen getroffen werden können. Ich halte auch nichts davon, dass eingespielte Teams auseinandergerissen werden.

Im Konzept für den Gesundheitscampus werden Patientenüberweisungen in ausreichender Zahl nach Geislingen unterstellt. Nur, das war auch Voraussetzung für das Medizinkonzept „eine Klinik an zwei Standorten“, das - wie wir hören - ja nicht funktioniert hat. Aber warum? Das muss erst geklärt werden.

Eine weitere Frage spielt in den Gutachten keine Rolle: Welche Auswirkungen hat denn die angedachte Reform der Helfenstein Klinik auf das Geislinger Gesundheitszentrum und seine Zukunft? Grundla-ge dafür und auch für die hohe Landesförderung für das Gesundheitszentrum ist immer die Nähe zwischen Klinik, niedergelassenen Ärzten, Apotheke, Sanitätshaus und vielem mehr gewesen.

Ich bleibe deshalb dabei: Die Grundlagen für eine so weitreichende Entscheidung zur Zukunft der Helfenstein Klinik müssen gründlich auf den Prüfstand. Solche wichtigen Strukturentscheidungen kann man nicht im Nebel, sondern nur mit Weitblick treffen“, so Nicole Razavi abschließend.

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Krapf

Vincent Krapf

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