Die CDU-Landtagsabgeordnete Nicole Razavi MdL äußert sich zur Diskussion um die Einführung einer Landarztquote:

„Ein Hausarzt im Dorf, das gehört zur Grundversorgung“, sagt Nicole Razavi MdL. „Wenn wir nichts tun, wird es auch im Landkreis Göppingen immer weniger Praxen geben. Wir müssen die alarmierenden Warnungen aus der Ärzteschaft und den Kommunen sehr ernst nehmen. Ich halte die Landarztquote für ein vielversprechendes Instrument, damit das nicht passiert und Patienten im Schurwald, auf der Alb und im Oberen Filstal auch in Zukunft ohne gefühlte Weltreise zum Arzt gehen können. Deswegen setzt sich die CDU-Landtagsfraktion für 150 zusätzliche Medizinstudienplätze und für eine Landarztquote bei der Vergabe der zusätzlichen Plätze ein. Wer einen solchen Studienplatz bekommt, verpflichtet sich dazu, als Landarzt tätig zu werden. NRW macht es vor: Dort wurde die Quote bereits eingeführt und es gab neunmal so viele Bewerber wie Plätze. Das ist ein guter Anfang und eine Perspektive für unterversorgte Gebiete, dass es besser wird. Mit uns könnte es auch hier in Baden-Württemberg eine Landarztquote so schnell wie möglich geben. Die Umsetzung scheitert bislang an der Verweigerung des Koalitionspartners. Hier muss sich jetzt etwas bewegen. Ich habe die Hoffnung, dass uns das in den Haushaltsberatungen doch noch gelingt nicht aufgegeben. Vom Herumreden allein kriegen wir keine einzige Praxis nachbesetzt.“

„Die Landarztquote bringt nicht nur perspektivisch mehr Ärzte in unterversorgte Gebiete, sie schafft außerdem ein neues Modell für den Weg in den Arztberuf. Minister Spahn hat Recht: Ein Einser-Abi ist gut, macht aber noch nicht zwingend einen guten Arzt. Die Landarztquote öffnet das Medizinstudium auch für Studierende, die kein Spitzenabitur haben, aber bereits über Qualifikationen als Krankenschwester oder Krankenpfleger verfügen. Fast die Hälfte der ausgewählten Bewerber in NRW hatte bereits eine Ausbildung im Pflegebereich. Wichtig ist hierbei: Die Landarztquote nimmt niemandem etwas weg. Die entsprechenden Studienplätze für angehende Landärzte wollen wir im Doppelhaushalt 2020/2021 zusätzlich zu den bereits bestehenden Studienplätzen im Fach Humanmedizin schaffen.“

„Die Politik ist gefordert. Es gibt in Baden-Württemberg keinen Hausarztmangel, die Ärzte sind nur nicht dort, wo sie gebraucht werden – in den unterversorgten Gebieten. Das müssen und wollen wir anpacken. Neben Nordrhein-Westfalen haben auch die Landesregierungen von Bayern, Rheinland-Pfalz, Hessen und Sachsen-Anhalt die Landarztquote bereits beschlossen. Andere Staaten beneiden uns um die Qualität unserer medizinischen Versorgung. Dieses gut funktionierende System dürfen wir nicht kaputtgehen lassen“, so Nicole Razavi abschließend.

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Vincent Krapf

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