„Besonderes Augenmerk muss auf die Herstellungsstandards gelegt werden.“
Unter dem Aspekt des Verbraucher-, Klima- und Umweltschutzes sieht der CDU-Bundestagsabgeordnete Hermann Färber die aktuelle Grundsatzeinigung zum Handelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten kritisch. „Es reicht nicht aus, wenn das Endprodukt vergleich- und messbare Eigenschaften aufweist. Entscheidend bei der Einhaltung der Standards sind vor allem einheitliche, vergleichbare Standards in der Herstellung - also die Prozessstandards.
Sprich: nach welchen Verfahren, mit welchen Methoden und mit welchen Stoffen werden die Produkte hergestellt“, erklärt Färber. Ausschlaggebend sei also, mit Blick auf Umwelt- und Klimaschutz, Biodiversität und Tierwohl, der ökologische Fußabdruck des Endprodukts. „Hier darf es zwischen unseren Standards und den Standards in den Mercosur-Staaten keine gravierenden Unterschiede geben“, sagt der CDU-Parlamentarier.

Die Gesellschaft erwartet von unserer heimischen Landwirtschaft eine unseren Vorstellungen entsprechende, nachhaltige und verantwortungsvolle Produktion. Die gleiche Erwartung und die gleichen Ansprüche müssen, nach Färbers Auffassung, auch für die bei uns aus den Mercosur-Staaten eingeführten Produkte gelten.

„Die Produktionsstrategie dort ist auf Exportmaximierung ausgelegt. Dafür werden aber gleichzeitig große Flächen an Regenwald zerstört. Das passt für mich nicht mit Umwelt- und Klimaschutz zusammen“, stellt Färber klar.

H I N T E R G R U N D

Seine Argumentation verdeutlicht Färber an folgenden Beispielen bzw. Widersprüchen:

Widerspruch 01 | In Deutschland wird über ein Zertifikat für abholzungsfreien Soja diskutiert. Sprich Soja, für dessen Anbaufläche kein Regenwald gerodet werden darf.

CONTRA: Bei der Einfuhr von südamerikanischem Fleisch spielt dieser Aspekt keine Rolle.

Widerspruch 02 | Die im Handelsabkommen vereinbarten Aufforstungen sind zu begrüßen, aber ich stelle mir die Frage, was dies für den Klima- und Artenschutz bringt, wenn Brasiliens Präsident gleichzeitig erklärt, weiterhin große Flächen Regenwald zu roden.

Widerspruch 03 | In den letzten 5 Jahren haben viele Wirkstoffe hierzulande trotz hochpräziser Applikationstechnik (Anwendung) ihre Zulassung verloren oder werden sie verlieren.

CONTRA: In Südamerika werden dieselben Mittel in weit aus höherer Konzentration und Menge per Flugzeug ausgebracht. Dabei werden die Pflanzenschutzmittel aus großer Höhe nicht nur über den Plantagen, sondern gleichermaßen über den Wohnsiedlungen und deren Bewohnern versprüht.

Widerspruch 04 | In Deutschland jagt eine Düngeverordnung die andere, um das Grundwasser vor Nitrateinträgen zu schützen. Das bedeutet: enorme Investitionen hier für Lagerstätten aus Beton und Leckagekontrolleinrichtungen.

CONTRA: In den Tierhaltungseinrichtungen (feedlots) in Südamerika stehen hunderttausende Tiere auf einem Standort, deren Ausscheidungen unkontrolliert im Erdreich versickern.

Zusammenfassend heißt das für Färber: Probleme werden nicht gelöst, sondern lediglich in andere Teile der Welt verlagert. Und die Themen Antibiotika-Verwendung und Einsatz von Wachstumshormonen sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.

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